Qualifikationsmatrix: Vorlage mit Stufen 0-4, ISO 9001 und KI

Inhaltsverzeichnis

Eine Qualifikationsmatrix ist eine Tabelle: Kompetenzen in den Zeilen, Beschäftigte in den Spalten, in jeder Zelle eine Stufe von 0 bis 4. Nützlich wird sie durch zwei Antworten: wer wen vertreten kann, wenn jemand ausfällt – und welche Lücken nur eine Weiterbildung schließt. Hier stehen eine Beispiel-Matrix mit beobachtbaren Stufen, der Aufbau Schritt für Schritt, der Nachweis nach ISO 9001, Datenschutz und Betriebsrat, die KI-Zeile und der Weg zum geförderten Weiterbildungsplan.

Die Beispiel-Matrix: ein Team, sechs Kompetenzen, zwei Pflichtnachweise

Zuerst das Werkzeug. Das Beispiel ist konstruiert, aber typisch: der Innendienst eines Großhändlers mit 18 Beschäftigten, fünf Personen im Team. Die Stufen beschreiben, was man beobachten kann, nicht „gut in Excel“ oder „kundenorientiert“.

StufeBedeutungWoran du es erkennst
0keine Erfahrunghat die Aufgabe noch nie gemacht
1Grundkenntnissekennt den Ablauf, arbeitet nur mit Anleitung oder Checkliste
2selbstständig im Standarderledigt Standardfälle ohne Rückfrage, holt sich bei Sonderfällen Hilfe
3vertretungsfähiglöst auch Sonderfälle allein, hat die Aufgabe schon bei Urlaub oder Krankheit eines anderen übernommen
4Expertin oder Expertebringt die Aufgabe anderen bei, verbessert den Ablauf, ist Ansprechperson

Die entscheidende Schwelle ist Stufe 3: Ab hier kann jemand vertreten. Die Soll-Spalte legt deshalb fest, wie viele Personen eine Kompetenz mindestens auf welcher Stufe brauchen. Werte ab Stufe 3 sind fett.

KompetenzSollTLSB 1SB 2SB 3AzubiBefund
Angebote kalkulieren (Preislisten, Rabattstaffeln)2 × ab 343120erfüllt
Aufträge in der Warenwirtschaft erfassen4 × ab 233321erfüllt
Reklamationen bearbeiten2 × ab 341210Lücke: nur TL vertritt
Rückfragen mit Lieferanten auf Englisch1 × ab 310312erfüllt, aber knapp
Auswertungen in der Tabellenkalkulation2 × ab 232111erfüllt
KI-Assistent im Arbeitsalltag3 × ab 2, davon 1 × ab 310212Lücke: 2 von 3, niemand auf 3
Pflichtnachweise (statt Stufe: gültig bis)
Unterweisung Arbeitsschutz, jährlichalle02/2702/2702/2711/2608/27SB 3 im November fällig
Ersthelfer, Fortbildung alle 2 Jahre2 (wegen Urlaub)05/27–abgelaufen 09/26––Lücke: nur 1 gültig

TL = Teamleitung, SB = Sachbearbeitung. Beispiel, keine echte Belegschaft.

Was die Matrix auf den ersten Blick zeigt

Kopfmonopole. Wie viele Personen stehen pro Zeile auf Stufe 3 oder 4? Bei den Reklamationen nur die Teamleitung. Fällt sie zwei Wochen aus, bleiben Reklamationen liegen. Dafür braucht es keinen Kurs: SB 2 steht schon auf Stufe 2 und kann im Tandem mit der Teamleitung auf Stufe 3 kommen.

Lücken als Zahl. In der KI-Zeile sind zwei von drei geforderten Personen auf Stufe 2, auf Stufe 3 steht niemand. Im Team gibt es also niemanden, von dem die anderen lernen könnten. Ein Tandem hilft hier nicht, nur Weiterbildung von außen.

Engpässe in den Spalten. Senkrecht gelesen fällt die Teamleitung auf: zweimal Stufe 4, zweimal Stufe 3. Sie ist Wissensspeicher und Flaschenhals zugleich. Zum Entwicklungsziel gehört deshalb auch, was sie abgibt.

Ablaufdaten. Im Pflichtblock zählt kein Niveau, sondern das Datum. Eine abgelaufene Ersthelfer-Fortbildung ist kein Entwicklungsthema, sondern ein Termin.

Eure Matrix zeigt Lücken, die kein Tagesseminar schließt?

Über das Qualifizierungschancengesetz kann die Agentur für Arbeit die KI-Weiterbildung eurer Mitarbeiter fördern – in Betrieben unter 50 Beschäftigten bis zu 100 % der Lehrgangskosten plus Zuschuss zum Gehalt. Was für euch gilt, zeigt der QCG-Förderrechner oder das kostenlose Erstgespräch. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Qualifikationsmatrix, Kompetenzmatrix, Skill-Matrix: wo der Unterschied liegt

Im Alltag meinen alle drei Begriffe dasselbe Werkzeug. Der Unterschied steckt im Inhalt der Zellen, und der bestimmt, wie du eine Zeile pflegst.

BegriffWas gemeint istIn der Matrix
Qualifikationdas formale Ergebnis einer Prüfung: Eine zuständige Stelle hat festgestellt, dass die Lernergebnisse einem Standard entsprechen (Deutscher Qualifikationsrahmen, DQR). Nachweis: Zeugnis, Zertifikat, Scheinja oder nein, mit „gültig bis“
Kompetenzdie Fähigkeit und Bereitschaft, Wissen und Fertigkeiten in der Arbeit zu nutzen (DQR); nach ISO 9000 die Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden, um beabsichtigte Ergebnisse zu erzielen. Nachweis: Beobachtung, Arbeitsprobe, FachgesprächStufe 0 bis 4
Skillenglisch für Fertigkeit; im HR-Alltag Sammelbegriff für eng umrissene FähigkeitenStufe, oft feiner gegliedert

Daraus folgt eine praktische Regel: Führ beides in einer Datei, aber in zwei Blöcken. Qualifikationen wie Ersthelfer oder Staplerschein haben ein Datum und sind da oder nicht. Kompetenzen wie „Reklamationen bearbeiten“ haben eine Stufe, die sich mit jeder Woche Praxis verschiebt. Wer beides auf eine Skala presst, bekommt Zellen wie „3, Schein fehlt“, die niemand auswerten kann.

Verwandt sind zwei weitere Begriffe: Ein Anforderungsprofil ist die Soll-Spalte ohne Personen, ein Kompetenzmodell die Legende mit Stufen, nach der die Matrix gefüllt wird. In kleinen Betrieben reicht beides als Kopfzeile über der Matrix.

So baust du die Matrix auf: von der Aufgabenliste zur ersten Einstufung

  1. Klein anfangen: ein Team, eine Datei Beginn mit dem Team, in dem ein Ausfall am meisten wehtut. Fünf bis 15 Personen und acht bis 15 Zeilen sind beherrschbar, eine Matrix mit 60 Zeilen pflegt nach drei Monaten niemand mehr.
  2. Kompetenzen aus Aufgaben ableiten, nicht aus Eigenschaften Geh die Abläufe des Teams durch und formuliere jede Zeile als Tätigkeit: „Reklamationen bearbeiten“ statt „Kundenorientierung“. Eigenschaften wie Teamfähigkeit gehören ins Entwicklungsgespräch.
  3. Das Soll festlegen: wie viele, auf welcher Stufe Pro Zeile eine Anzahl und eine Mindeststufe. Die Leitfrage: Was passiert, wenn die eine Person drei Wochen fehlt? Urlaub, Schichten und Teilzeit gehören in diese Rechnung.
  4. Das Ist einschätzen: erst selbst, dann gemeinsam Jede Person stuft sich selbst ein, die Führungskraft ebenfalls, Abweichungen klärt ihr im Gespräch. Liegen beide Einschätzungen zwei Stufen auseinander, ist meist die Stufendefinition zu unscharf.
  5. Lücken markieren und sortieren Rot ist jede Zeile, in der das Soll nicht erreicht ist. Sortiere nach Risiko (Kopfmonopol, abgelaufener Pflichtnachweis) und nach Weg: intern lernbar oder nur mit Weiterbildung von außen (siehe Weiterbildungsplan).
  6. Ein Datum für die nächste Einstufung setzen Mindestens einmal im Jahr, außerdem nach jeder Weiterbildung und wenn sich Aufgaben oder Werkzeuge ändern. Eine Matrix ohne Stand-Datum ist nach einem Jahr nur noch eine Behauptung.

„Die Matrix zeigt, was jemand in seinem heutigen Job sicher kann. Sie bewertet nicht, wie gut jemand als Mensch ist. Wer auf Stufe 1 steht, steht damit auf dem Weiterbildungsplan, nicht auf einer Liste.“

Formulierungsvorschlag für die Teambesprechung, bevor die erste Einstufung läuft.

ISO 9001 Abschnitt 7.2: welcher Nachweis gefordert ist

Im Audit lautet die Frage: Wie stellt ihr sicher, dass eure Leute kompetent sind? Abschnitt 7.2 „Kompetenz“ verlangt sinngemäß vier Dinge, und jedes hat in der Matrix seinen Platz:

a) Erforderliche Kompetenz bestimmen für alle, deren Arbeit die Leistung des Qualitätsmanagements beeinflusst. In der Matrix: Zeilen und Soll-Spalte.

b) Sicherstellen, dass diese Personen kompetent sind, auf Grundlage von Ausbildung, Schulung oder Erfahrung. In der Matrix: die Ist-Stufen. Erfahrung zählt ausdrücklich mit.

c) Wo nötig handeln und die Wirksamkeit bewerten. Als Maßnahmen nennt eine Anmerkung der Norm Schulung, Mentoring, Versetzung oder die Einstellung bzw. Beauftragung kompetenter Personen. In der Matrix: Maßnahmenplan und neue Einstufung danach.

d) Dokumentierte Information als Nachweis aufbewahren. In der Matrix: die Datei mit Stand-Datum plus die Belege, auf die sie verweist.

Eine Matrix als Format schreibt die Norm nicht vor, aber kein Dokument zeigt alle vier Punkte kompakter. Am leichtesten übersehen wird Buchstabe c: Eine Teilnahmebescheinigung belegt, dass jemand geschult wurde, nicht, dass er die Aufgabe jetzt beherrscht. Deshalb gehört nach jeder Maßnahme eine neue Einstufung mit Datum in die Matrix.

Gut zu wissen: ISO 9001:2026

Am 16. September 2026 ist die ISO 9001:2026 erschienen, die deutsche Fassung wird laut DIN Media für November 2026 erwartet. Die Kapitelstruktur bleibt. Nach den bisher veröffentlichten Änderungsübersichten ändert sich an 7.2 im Kern nichts; neu ist in 7.3 (Bewusstsein), dass Beschäftigte Qualitätskultur und ethisches Verhalten der Organisation kennen sollen. Vorgesehen ist eine Übergangsfrist bis 30. September 2029, den eigenen Termin klärt ihr mit der Zertifizierungsstelle.

Der Pflichtblock gilt auch ohne ISO-Zertifikat. Einige Nachweise muss jeder Betrieb führen:

NachweisGrundlageWas gilt
Unterweisung Arbeitsschutz§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1vor Aufnahme der Tätigkeit und bei Veränderungen, dann mindestens einmal jährlich; dokumentieren
Ersthelfer§ 26 DGUV Vorschrift 1bei 2 bis 20 anwesenden Versicherten mindestens 1, darüber 5 % (Verwaltung, Handel) bzw. 10 % (sonstige Betriebe); Fortbildung in der Regel alle zwei Jahre
BrandschutzhelferASR A2.2Anzahl nach Gefährdungsbeurteilung, bei normaler Brandgefährdung in der Regel 5 % der Beschäftigten; Schichten und Abwesenheiten einrechnen

Gefördert werden solche Pflichtnachweise nicht: Sie dauern weit weniger als 120 Stunden, und Maßnahmen, zu denen der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, schließt § 82 Abs. 1 Satz 2 SGB III ausdrücklich aus.

KI-Kompetenz gehört in eine eigene Zeile

Laut Eurostat nutzten 2025 rund 26 % der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten KI-Technologien, ein Jahr zuvor 20 %. Von den Unternehmen, die einen KI-Einsatz erwogen haben, aber keine KI nutzen, nannten 72 % fehlendes Fachwissen als Grund. Genau dieses Fachwissen macht die Matrix sichtbar, wenn KI eine eigene Zeile bekommt und nicht unter „EDV“ verschwindet.

Rechtlich gilt seit 27. Juli 2026 Art. 4 KI-Verordnung in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen „ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals“ zu unterstützen. Ein bestimmtes Niveau oder Zertifikat schreibt die Vorschrift nicht vor. Die KI-Zeile zeigt trotzdem auf einen Blick, was ihr unternommen habt und wo das Team steht:

StufeWas die Person kannWoran du es erkennst
0nutzt keine KI-Werkzeuge im Job, kennt die betrieblichen Regeln nicht–
1kennt die freigegebenen Werkzeuge und weiß, welche Daten nicht hineingehören (Kundendaten, Konditionen, Personaldaten)erklärt die Datenregeln der Richtlinie in eigenen Worten
2nutzt den KI-Assistenten selbstständig für Mails, Zusammenfassungen und Entwürfe und prüft Ergebnisse gegen die Quellezeigt bei einer Stichprobe Eingabe, Ergebnis und geprüfte Endfassung
3baut wiederkehrende Abläufe mit KI auf (Vorlagen, Prompt-Sammlung, Arbeit mit eigenen Dokumenten), erkennt erfundene Fakten und Datenrisiken auch in Sonderfällenein dokumentierter Ablauf, den andere im Team nutzen
4gestaltet den KI-Einsatz im Team, schult andere, bewertet neue Werkzeuge nach der Richtliniehat Kolleginnen oder Kollegen auf Stufe 2 gebracht

Stufe 1 setzt Regeln voraus, die man kennen kann. Wie so ein Regelwerk aufgebaut ist, steht im Artikel zur KI-Richtlinie im Unternehmen. Für das Soll gilt dieselbe Logik wie in jeder Zeile: alle auf Stufe 1, die meisten auf Stufe 2, eine Person auf Stufe 3 oder 4, die den Rest mitzieht.

Vom Befund zum Weiterbildungsplan

Den künftigen Qualifikationsbedarf systematisch zu ermitteln, ist gerade in kleinen Unternehmen die Ausnahme. Das zeigt die europäische Weiterbildungserhebung CVTS, die in Deutschland das Statistische Bundesamt durchführt:

Destatis, CVTS6 · Unternehmen ab 10 Beschäftigten · Berichtsjahr 2020
Je kleiner der Betrieb, desto seltener wird der Qualifikationsbedarf geplant
als Teil der Planung gelegentlich, meist bei personellen Veränderungen
10 bis 19 Beschäftigtegelegentlich 43 % · gar nicht 40 % 16 %
20 bis 49gelegentlich 40 % · gar nicht 36 % 24 %
50 bis 249gelegentlich 46 % · gar nicht 22 % 33 %
250 bis 499gelegentlich 39 % · gar nicht 12 % 49 %
1.000 und mehrgelegentlich 23 % · gar nicht 10 % 67 %
Alle Unternehmengelegentlich 42 % · gar nicht 34 % 24 %

Rechts steht der Anteil mit Bedarfsermittlung als Teil der Planung, der leere Rest der Leiste sind Unternehmen ohne jede Ermittlung. Von den Unternehmen ohne Weiterbildungsangebot nannten 21 % Schwierigkeiten, den Weiterbildungsbedarf einzuschätzen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Berufliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS6), veröffentlicht 2022.

Die Matrix ist der Schritt von „gelegentlich“ zu „geplant“. Danach ordnest du jede rote Zelle einem Weg zu, denn nicht jede Lücke braucht einen Kurs:

Art der LückePassender WegWer zahlt
Kopfmonopol: Stufe 2 auf 3 in einem eingespielten AblaufTandem, Mentoring, Vertretung übenintern, in der Arbeitszeit
Neues Werkzeug: Stufe 0 auf 2Einweisung, kurze Schulung beim AnbieterBetrieb; Formate und Kosten in Mitarbeiterschulung planen
Pflichtnachweis abgelaufenTermin bei einer anerkannten Stelle buchenBetrieb, gesetzliche Pflicht
Neue Kompetenz für mehrere Rollen: Stufe 0 oder 1 auf 3 oder 4 (etwa KI)längere Weiterbildung mit mehr als 120 Stunden bei einem zugelassenen Trägerkann über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden

Für die letzte Zeile ist das Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III) gemacht. Die Agentur für Arbeit kann die Weiterbildung Beschäftigter fördern, in Betrieben unter 50 Beschäftigten mit bis zu 100 % der Lehrgangskosten und einem Zuschuss zum Arbeitsentgelt von bis zu 75 % für die Weiterbildungszeit. Voraussetzungen sind unter anderem mehr als 120 Stunden, ein nach AZAV zugelassener Träger mit zugelassener Maßnahme, ein Antrag vor Beginn und Inhalte, die über eine reine Anpassung an den aktuellen Arbeitsplatz hinausgehen (alle Voraussetzungen im Check). Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit.

Im Beispiel hieße das: SB 2, in der KI-Zeile schon auf Stufe 2, geht in eine geförderte KI-Weiterbildung, kommt mit Stufe 3 oder 4 zurück und bringt den anderen im Tandem Stufe 2 bei. Aus einer externen Maßnahme werden drei interne. Bei Scaly sind das die Weiterbildungen „KI-Spezialist im Unternehmen“ (3 Monate) und „KI-Experte im Unternehmen“ (6 Monate), jeweils Vollzeit, online mit Live-Unterricht und Scaly-Zertifikat – keine Spezialschulung für den Großhandel, sondern KI-Kompetenz, die die Teilnehmenden auf ihre Abläufe übertragen. Vollzeit heißt auch, dass die Person drei oder sechs Monate im Tagesgeschäft fehlt; diese Zeit soll der Zuschuss zum Arbeitsentgelt abfedern.

Wie die Matrix mit Entwicklungsgesprächen, Entwicklungsplan und Budget zusammenspielt, beschreibt der Artikel zur Personalentwicklung im Mittelstand.

Mitarbeiterdaten in der Matrix: Datenschutz und Betriebsrat

Nur, was für die Aufgabe nötig ist. Rechtsgrundlage ist in der Regel die Durchführung des Arbeitsverhältnisses (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO), und die trägt nur, was Einsatzplanung und Weiterbildung brauchen (Datenminimierung, Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO). Gesundheitsangaben wie „kann wegen Rücken nicht ins Lager“ gehören nicht hinein, sie sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Eine Einwilligung passt im Arbeitsverhältnis selten, weil sie wirklich freiwillig sein müsste.

Nicht jeder sieht alles. Die Einstufungen brauchen die betroffene Person, die Führungskraft und wer Weiterbildung plant. Für die Vertretungsplanung im Team reicht eine Ansicht „wer kann vertreten“ ohne Stufen. Beschäftigte haben ein Auskunftsrecht über ihre Einträge (Art. 15 DSGVO), nach dem Austritt werden die Einstufungen gelöscht. Und die Matrix gehört nicht in einen öffentlichen KI-Chat, warum, steht in KI und Datenschutz.

Der Betriebsrat redet mit, wenn es einen gibt. Eine digital geführte Matrix ist eine technische Einrichtung, die objektiv geeignet ist, Leistung zu überwachen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Dass schon eine von Hand gepflegte Excel-Tabelle genügt, hat das LAG Hamm für Anwesenheits- und Fehlzeiten entschieden (10.04.2018, 7 TaBV 113/16), das BAG hat die Beschwerde des Arbeitgebers zurückgewiesen (23.10.2018, 1 ABN 36/18). Einheitliche Stufendefinitionen können außerdem allgemeine Beurteilungsgrundsätze sein, die der Zustimmung des Betriebsrats bedürfen (§ 94 Abs. 2 BetrVG). Umgekehrt kann der Betriebsrat verlangen, dass der Arbeitgeber den Berufsbildungsbedarf ermittelt (§ 96 Abs. 1 Satz 2 BetrVG) – dafür ist die Matrix das passende Werkzeug. Der saubere Weg ist eine Betriebsvereinbarung über Zweck, Stufen, Zugriffe und Löschfristen.

Wichtig

Einschätzung aus der Beratungspraxis, keine Rechtsberatung. Bei der Rechtsgrundlage hilft eure Datenschutzbeauftragte oder euer Datenschutzbeauftragter, bei Mitbestimmungsfragen eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht oder der Arbeitgeberverband. Ohne Betriebsrat entfällt die Mitbestimmung, der Datenschutz gilt trotzdem.

Excel oder Skill-Software: wann sich der Wechsel lohnt

Für den Start reicht eine Tabellenkalkulation. Die Frage ist, ab wann die Pflege in der Tabelle mehr Zeit kostet, als sie spart:

KriteriumTabellenkalkulationSoftware (HR-Suite mit Skill-Modul, Lernplattform)
Größeein bis wenige Teams, eine Person pflegtmehrere Teams oder Standorte, viele tragen ein
Ablaufdatenbedingte Formatierung, Erinnerung von Handautomatische Erinnerung vor Ablauf
Nachweis fürs AuditVersionen mit Datum ablegenÄnderungsverlauf, Belege direkt an der Person
Zugriffgrob über Datei- und BlattschutzRollen: Führungskraft sieht ihr Team
Betriebsratmitbestimmungspflichtig, sobald digitalebenso, meist mit mehr Auswertungsmöglichkeiten

Unsere Einschätzung: Bis etwa 50 Beschäftigte trägt eine gut gepflegte Tabelle mit festem Pflegetermin. Der Wechsel lohnt sich, wenn Ablaufdaten durchrutschen, mehrere Führungskräfte gleichzeitig eintragen oder das Audit regelmäßig nach Belegen fragt, die in Ordnern liegen. Beim Werkzeugvergleich hilft ein Test: Bildet die Software Soll-Spalte und Pflichtblock mit Datum ab, oder nur Ist-Stufen? Ohne Soll zeigt sie keine Lücke.

Häufige Fragen

Was ist eine Qualifikationsmatrix?

Eine Tabelle, die für ein Team zeigt, wer welche Kompetenz auf welcher Stufe beherrscht und welche Pflichtnachweise bis wann gültig sind. Mit einer Soll-Spalte macht sie Lücken sichtbar: fehlende Vertretung, Weiterbildungsbedarf, ablaufende Nachweise.

Was ist der Unterschied zwischen Qualifikationsmatrix und Kompetenzmatrix?

Im Alltag meinen beide dasselbe Werkzeug, Skill-Matrix ist der englische Begriff. Genau genommen erfasst eine Qualifikationsmatrix formale Nachweise mit Gültigkeit, eine Kompetenzmatrix bewertet in Stufen, wie gut jemand eine Tätigkeit beherrscht. Am praktischsten ist eine Datei mit beiden Blöcken.

Schreibt ISO 9001 eine Qualifikationsmatrix vor?

Nein, nicht als Format. Abschnitt 7.2 verlangt, Kompetenz zu bestimmen und sicherzustellen, bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen, deren Wirksamkeit zu bewerten und dokumentierte Information als Nachweis aufzubewahren. Eine Matrix mit Datum und Belegen erfüllt das kompakt. Nach den bisher bekannten Änderungen gilt das auch für die ISO 9001:2026.

Muss der Betriebsrat einer Qualifikationsmatrix zustimmen?

Wenn es einen Betriebsrat gibt, meistens ja. Eine digital geführte Matrix ist eine technische Einrichtung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, auch eine Excel-Tabelle kann darunterfallen. Einheitliche Bewertungsstufen können zudem Beurteilungsgrundsätze nach § 94 Abs. 2 BetrVG sein. Der saubere Weg ist eine Betriebsvereinbarung.

Wie oft sollte die Matrix aktualisiert werden?

Mindestens einmal im Jahr, außerdem nach jeder Weiterbildung, bei neuen Aufgaben oder Werkzeugen und bei Personalwechsel. Pflichtnachweise haben eigene Fristen, etwa die Arbeitsschutz-Unterweisung mindestens jährlich und die Ersthelfer-Fortbildung in der Regel alle zwei Jahre.

Wird die Weiterbildung, die aus der Matrix folgt, gefördert?

Das kann sein. Über das Qualifizierungschancengesetz kann die Agentur für Arbeit Weiterbildungen Beschäftigter fördern, in Betrieben unter 50 Beschäftigten mit bis zu 100 % der Lehrgangskosten und bis zu 75 % Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Voraussetzungen sind unter anderem mehr als 120 Stunden, ein zugelassener Träger und ein Antrag vor Beginn. Pflichtschulungen sind ausgeschlossen. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur.

Aus den Lücken eurer Matrix wird ein geförderter Weiterbildungsplan

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir mit euch auf die Lücken: welche KI-Weiterbildung zu welcher Rolle passt, ob und in welcher Höhe eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Frage kommt und wie der Antrag vor Kursbeginn abläuft – dabei unterstützen wir euch. Vorab rechnen könnt ihr mit dem QCG-Förderrechner, alle Förderwege für Betriebe stehen unter Förderung für Unternehmen.

Kostenloses Erstgespräch buchen
Hamza Fallacara, Bildungsberater bei Scaly

Hamza Fallacara – Bildungsberater bei Scaly. Er begleitet Arbeitsuchende und Unternehmen durch den kompletten Förderprozess – vom ersten Beratungsgespräch über das Bildungsangebot mit Maßnahmenummer bis zur bewilligten Maßnahme. Einschätzung aus der Beratungspraxis, keine Rechtsberatung. Hamza auf LinkedIn

Diesen Artikel Teilen:

Über den Autor

Bild von Hamza Fallacara

Hamza Fallacara

Hamza Fallacara ist Bildungsberater bei Scaly und begleitet Arbeitsuchende, Selbstständige und Unternehmen durch den kompletten Förderprozess — vom ersten Beratungsgespräch über das Bildungsangebot mit Maßnahmenummer bis zur eingereichten Antragsmappe. Seine Einschätzungen stammen aus mehreren hundert Beratungsgesprächen zur geförderten KI-Weiterbildung.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Qualifizierungschancengesetz (QCG) 2026: Der Praxis-Guide für Arbeitgeber

Qualifizierungschancengesetz (QCG) 2026: Der Praxis-Guide für Arbeitgeber

Qualifizierungsgeld: Weiterbildung statt Kündigung – der Guide für Unternehmen

Qualifizierungsgeld: Weiterbildung statt Kündigung – der Guide für Unternehmen

KI-Schulungspflicht 2026: Was gilt – und wer die Schulung bezahlt

KI-Schulungspflicht 2026: Was gilt – und wer die Schulung bezahlt