Claude stammt von Anthropic, ChatGPT von OpenAI. Bei Mails und kurzen Texten liegen beide nah beieinander – der Unterschied steckt in vier Dingen: wie viel Text auf einmal hineinpasst (bei Claude laut Anthropic bis zu eine Million Token, auch im Gratis-Tarif), ob Bilder entstehen (nur bei ChatGPT), ob Werbung läuft (nur in ChatGPT Free und Go) und welches Modell in welchem Tarif steckt. In unabhängigen Tests liegt Claude bei Büroarbeit deutlich und beim Programmieren knapp vorn; beim Erfinden von Antworten ist keiner von beiden unschuldig. Hier stehen die Messwerte, fünf Aufgaben im direkten Vergleich, die Preise auf gleicher Steuerbasis und eine Tabelle, wofür du was nimmst. Stand: 13. Oktober 2026.
- Claude 5.5 ist komplett: Opus 5.5 (22. September), Sonnet 5.5 (28. September) und Haiku 5.5 (7. Oktober). Kostenlos gibt es Sonnet und Haiku, Opus ab Pro.
- GPT-6 ist Standard im ChatGPT-Chat: seit 7. Oktober GPT-6 Sol ab Plus, laut OpenAIs Ankündigung seit 8. Oktober GPT-6 Luna in Free und Go.
- Eigene GPTs enden am 11. Dezember 2026. Ein bisheriger Pluspunkt von ChatGPT fällt damit in seiner alten Form weg.
- Kontextfenster bei Claude: laut Preisseite jetzt bis zu eine Million Token in allen Tarifen, je nach Modell (im September: 200.000).
Der Unterschied zwischen Claude und ChatGPT auf einen Blick
Die Kurzfassung für alle, die nur wissen wollen, was der eine kann und der andere nicht:
| Claude (Anthropic) | ChatGPT (OpenAI) | |
|---|---|---|
| Kostenlos im Chat | Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 | GPT-6 Luna, laut Ankündigung seit 8. Oktober |
| Im Standardabo zusätzlich | Opus 5.5 (Pro) | GPT-6 Sol mit Denkstufen bis High (Plus) |
| Spitzenmodell | Fable 5.1: in Pro nur gegen Aufpreis, in Max bis zur Hälfte des Wochenkontingents | GPT-6 Pro (Astra): im Chat ab dem Pro-Tarif, bei Plus nur in Work und Codex |
| Kontextfenster | bis 1 Million Token in allen Tarifen, je nach Modell | 27.000 bis 128.000 Token, im Denkmodus bis 256.000 (Plus) oder 400.000 (Pro) |
| Bilder erzeugen | nein; Folien, Grafiken und Prototypen entstehen als Code (Claude Design) | ja, kostenlos mit Limit |
| Eigene Assistenten | Projekte (kostenlos bis zu fünf) und Skills | eigene GPTs bis 11. Dezember 2026, danach Plugins |
| Programmieren | Claude Code ab Pro | Codex, mit kleinerem Modell schon kostenlos |
| Recherche und Forschung | Research und Claude Science (Beta) ab Pro | Deep Research (kostenlos begrenzt), Prism für LaTeX kostenlos |
| Werbung | keine | in Free und Go, in Deutschland seit August |
| Training mit deinen Chats | Standard, mit Opt-out | Standard, mit Opt-out |
Was Claude kann, was ChatGPT nicht kann. Vor allem viel auf einmal lesen: Eine Million Token entsprechen laut Anthropic rund 555.000 Wörtern englischen Texts, also mehreren dicken Berichten in einem Chat. Dazu Werbefreiheit in allen Tarifen und Claude Science, eine Arbeitsumgebung für Forschungsgruppen, in der laut Anthropic ein eigener Prüf-Agent Zitate und Rechnungen gegenliest.
Was ChatGPT kann, was Claude nicht kann. Bilder erzeugen, und zwar schon kostenlos. Eine Zwischenstufe für 8 Euro. Und mit Prism einen kostenlosen Editor für wissenschaftliche Texte in LaTeX, in den die KI eingebaut ist.
Eigene GPTs: Der alte Vorteil schrumpft. Bisher sprach für ChatGPT, dass man eigene Assistenten bauen und mit anderen teilen konnte. OpenAI stellt die selbst gebauten GPTs aber regulär zum 11. Dezember 2026 ein (Enterprise mit genehmigtem Aufschub: 11. Februar 2027). Ersatz sind Plugins: Anweisungen werden zu einem Skill, Wissensdateien und verbundene Apps ziehen mit um, eigene Aktionen (Custom Actions) nicht. Fremde GPTs kann nur ihr Ersteller umziehen. Damit nähern sich beide an, denn Claude setzt ebenfalls auf Projekte und Skills. Teilen lassen sich Projekte bei Claude allerdings erst im Team-Tarif.
Claude oder ChatGPT: Was ist für welche Aufgabe besser?
Pauschal besser ist keiner. Aussagekräftig sind Messungen pro Aufgabe, und die gibt es unabhängig von den Herstellern: Das Testlabor Artificial Analysis prüft die Modelle beider Anbieter mit denselben Aufgaben.
Wir setzen in der Redaktion beide Assistenten ein und werden von keinem der Anbieter bezahlt. Die Messwerte unten stammen weder von uns noch von Anthropic oder OpenAI, sondern von Artificial Analysis. Preise und Funktionen haben wir am 13. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft.
| Modell | Wo du es im Chat bekommst | Büroarbeit (GDPval-AA, Elo) | Programmieren (Terminal-Bench 4.0) | Lange Dokumente (AA-LCR) |
|---|---|---|---|---|
| Claude Opus 5.5 | Claude Pro, Max, Team | 1.866 | 60 % | 85 % |
| Claude Sonnet 5.5 | alle Claude-Tarife | 1.838 | 64 % | 83 % |
| Claude Haiku 5.5 | alle Claude-Tarife | 1.618 | 33 % | 83 % |
| GPT-6 Astra | ChatGPT Pro, Business, Enterprise (als „GPT-6 Pro“) | 1.572 | 59 % | 81 % |
| GPT-6.1 Sol | ChatGPT Work und Codex | 1.593 | 56 % | 83 % |
| GPT-6 Sol | ChatGPT Plus und höher | 1.508 | 44 % | 84 % |
| GPT-6 Luna | ChatGPT Free und Go | 1.430 | 13 % | 83 % |
Gemessen hat Artificial Analysis auf der höchsten Denkstufe über die Schnittstelle, abgerufen am 13. Oktober 2026. Für GPT-6 Sol und Luna liegen nur Werte der September-Fassungen vor; im Chat laufen seit Oktober überarbeitete Fassungen. Und die höchste Stufe stellt im Alltag kaum jemand ein: In den Claude-Apps ist laut Anthropic standardmäßig die mittlere Stufe aktiv, bei ChatGPT Plus wählst du Instant, Medium oder High selbst. Auf mittlerer Stufe schrumpft der Abstand deutlich – im Büroarbeits-Test liegen Sonnet 5.5 (1.323) und GPT-6 Sol (1.345) dann praktisch gleichauf. Was solche Zahlen taugen und was nicht, steht im Guide KI-Benchmarks verstehen.
Schreiben und Büroarbeit. Bei Mails und kurzen Texten entscheidet dein Geschmack für Ton und Länge, nicht das Modell. Bei größeren Aufträgen – Bericht aus Unterlagen, Tabelle mit Formeln, Präsentation – liegen die Claude-Modelle im Test GDPval-AA klar vorn, der solche Aufgaben aus echten Berufen bewerten lässt: auf höchster Stufe mit rund 250 bis 360 Elo-Punkten Abstand zu Astra, GPT-6 Sol und GPT-6.1 Sol. Tendenz: Claude, sofern du für anspruchsvolle Aufgaben die höhere Denkstufe nutzt. Mehr zum stärksten Modell im Guide Claude Opus 5.5.
Programmieren. Knapp für Claude: Im Terminal-Bench 4.0, der Programmieraufgaben in einer echten Kommandozeile prüft, löst Sonnet 5.5 64 Prozent, Opus 5.5 60, GPT-6 Astra 59 und GPT-6.1 Sol 56 Prozent. Wichtiger als das Modell ist das Werkzeug drumherum: Claude Code ist ab Pro enthalten, Codex bei ChatGPT mit kleinerem Modell schon kostenlos, mit den großen Modellen ab Plus.
Lange Dokumente. Der deutlichste Unterschied, aber nicht bei der Lesequalität. Im Langtext-Test AA-LCR, der Fragen zu Dokumenten von 10.000 bis 100.000 Token Länge stellt, liegen alle großen Modelle zwischen 81 und 85 Prozent. Der Unterschied ist, wie viel hineinpasst: bei ChatGPT im Standardmodus 27.000 Token (Free) bis 128.000 (Pro), bei Claude laut Anthropic bis zu eine Million in jedem Tarif. Wer regelmäßig ganze Berichte, Verträge oder Quellensammlungen auswertet, ist bei Claude besser aufgehoben. Tendenz: Claude. Den Ablauf zeigt der Guide PDF zusammenfassen mit KI.
Recherche und Quellen. Beide suchen im Web, nennen Quellen und haben einen Rechercheassistenten für längere Berichte: Claude Research ab Pro, ChatGPT Deep Research schon kostenlos (begrenzt). Eine unabhängige Messung, wer Quellen treuer wiedergibt, liegt uns nicht vor. Eine Fundstelle zählt erst, wenn du sie geöffnet und die zitierte Stelle gefunden hast. Tendenz: ausgeglichen, ohne Abo ChatGPT.
Wissenschaftliches Arbeiten. Ist Claude für wissenschaftliche Arbeiten besser? Beim Lesen ja: Lange Paper und Literaturstapel passen in einen Chat, und Opus 5.5 beantwortet im unabhängigen Wissenstest zwei Drittel der Fragen richtig, mehr als jedes GPT-6-Modell. Zum Schreiben in LaTeX bietet OpenAI mit Prism einen kostenlosen Editor für persönliche ChatGPT-Konten. Claude Science (Beta, ab Pro) zielt eher auf Forschungsgruppen mit Datenanalysen als auf die Hausarbeit. Den Ausschlag gibt aber etwas anderes: Beide erfinden Fakten, wenn sie etwas nicht wissen (nächster Abschnitt). Jede Literaturangabe, jede Zahl und jedes Zitat prüfst du deshalb am Original, und ob und wie du KI einsetzen darfst, regelt deine Hochschule. Tendenz: Claude zum Lesen und Auswerten, ChatGPT mit Prism zum Setzen in LaTeX.
Welche KI ist ehrlicher? Was der Halluzinationstest zeigt
Keine der beiden ist zuverlässig ehrlich. Im unabhängigen Test AA-Omniscience geben die Modelle beider Anbieter in 40 bis 77 Prozent der Fälle, in denen sie die richtige Antwort nicht kennen, trotzdem eine falsche, statt Nichtwissen zuzugeben. Am seltensten tun das die kleineren Claude-Modelle, am häufigsten GPT-6 Luna, das Modell im kostenlosen ChatGPT.
Halluzinationsrate: Anteil falscher Antworten an allen Fragen, die ein Modell nicht richtig beantwortet hat – niedriger ist besser. „Richtig“ ist der Anteil korrekt beantworteter Fragen. 6.000 Wissensfragen aus 42 Themen in Wirtschaft, Recht, Gesundheit, Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaft und Technik sowie Softwareentwicklung. Geprüft wird das Faktenwissen des Modells selbst, auf höchster Denkstufe über die Schnittstelle, abgerufen am 13. Oktober 2026.
Lies beide Zahlen zusammen. Opus 5.5 weiß am meisten, rät aber in 59 Prozent der übrigen Fälle. Sonnet 5.5 weiß weniger, gibt Nichtwissen dafür öfter zu. GPT-6 Sol rät etwa so oft wie Opus 5.5, weiß aber weniger. Ein Modell, das häufiger richtig liegt, ist also nicht automatisch ehrlicher. Im gesamten Testfeld gibt es Modelle, die seltener raten, aber auch weniger wissen: Metas Muse Wonder etwa kommt auf 27 Prozent bei 41 Prozent richtigen Antworten.
Für den Alltag heißt das: Eine KI, der du ungeprüft glauben kannst, gibt es nicht, auch nicht bei Claude. Gemessen wurde hier das Wissen des Modells selbst; mit Websuche kommt die Frage dazu, ob die Quelle das Zitierte wirklich hergibt. Woran du erfundene Angaben erkennst und wie du sie eindämmst, steht im Guide KI-Halluzinationen erkennen.
Was Claude und ChatGPT kosten
| Stufe | ChatGPT (inkl. 19 % USt) | Claude (Anthropic-Preis + 19 % USt) |
|---|---|---|
| Kostenlos | Free, 0 €, mit Werbung | Free, 0 €, ohne Werbung |
| Einstieg | Go, 8 € im Monat, mit Werbung | keins |
| Standardabo | Plus, 23 € im Monat, nur monatlich | Pro, 21,42 € im Monat oder 17,85 € bei Jahreszahlung (214,20 € vorab) |
| Vielnutzer | Pro, 103, 229 oder 510 € im Monat | Max, ab 107,10 € im Monat (5- oder 20-fache Pro-Nutzung) |
| Teams | Business, 21 € je Nutzer bei Jahreszahlung, 26 € monatlich | Team, 21,42 € je Nutzer bei Jahreszahlung, 25,04 € monatlich |
| Großunternehmen | Enterprise über den Vertrieb | Enterprise, 20 US-Dollar je Platz plus Nutzung zu API-Preisen |
Nach dem Listenpreis sah Claude lange deutlich günstiger aus – der Grund ist die Steuer. Anthropic nennt 18 Euro und schreibt ausdrücklich dazu, dass anfallende Steuern nicht enthalten sind; die Euro-Preise von OpenAI sind Endpreise. Auf gleicher Basis liegen ChatGPT Plus und Claude Pro monatlich fast gleichauf, spürbar günstiger wird Claude erst bei Jahreszahlung, die OpenAI für Plus nicht anbietet. Oben dreht sich das Bild: ChatGPT Pro für 103 Euro ist günstiger als Claude Max ab 107,10 Euro. Unter zehn Euro gibt es nur ChatGPT Go, dafür mit Werbung. Alle ChatGPT-Stufen im Detail stehen im Guide Was ChatGPT kostet.
Für Gratis-Nutzer zählen auch die Grenzen: ChatGPT Free und Go erlauben laut OpenAI unbegrenzte Text-Chats (mit Schutz vor Missbrauch), Uploads, Bilder und Sprache bleiben begrenzt. Claude rechnet in allen Tarifen mit Nutzungsfenstern, die sich alle fünf Stunden zurücksetzen; in den Bezahltarifen kommen Wochengrenzen dazu. Wer den ganzen Tag kostenlos tippt, stößt bei Claude eher an eine Wand.

Wofür was: die Entscheidungstabelle
| Dein Schwerpunkt | Tendenz | Warum |
|---|---|---|
| Bilder erzeugen | ChatGPT | Claude erzeugt keine Bilder |
| Lange Dokumente, Verträge, Quellensammlungen | Claude | bis 1 Million Token Kontext in jedem Tarif |
| Berichte, Tabellen, Präsentationen | Claude | im unabhängigen Büroarbeits-Test vorn, auf hoher Denkstufe |
| Programmieren | Claude, knapp | Claude Code ab Pro, im Terminal-Test leicht vorn; Codex ist kostenlos startklar |
| Literatur lesen und auswerten | Claude | mehr Platz im Kontext, Opus 5.5 im Wissenstest häufiger richtig als die GPT-6-Modelle |
| Wissenschaftliche Texte in LaTeX | ChatGPT | Prism ist kostenlos |
| Recherche mit Quellen | beides | Websuche und Rechercheassistent bei beiden; ohne Abo nur bei ChatGPT |
| Möglichst günstig täglich nutzen | ChatGPT Go | 8 € im Monat, dafür mit Werbung |
| Kostenlos und ohne Werbung | Claude Free | werbefrei, mit Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 |
| Nur ein Abo, überwiegend Textarbeit | beides tragfähig | entscheide nach dem Zwei-Wochen-Test unten |
Für deinen Job heißt das: Die Wahl des Assistenten ist weniger wichtig als die Arbeitsweise. Wer Aufgaben sauber beschreibt, Ergebnisse gegenprüft und weiß, wann welches Werkzeug passt, kommt mit beiden weit und muss nicht bei jedem Modellwechsel neu anfangen.
Du willst KI im Job sicher einsetzen, statt bei jedem Release das Werkzeug zu wechseln?
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche KI-Weiterbildung passt und ob sie gefördert werden kann – über den Bildungsgutschein, wenn du arbeitsuchend bist, oder über das Qualifizierungschancengesetz, wenn dein Arbeitgeber mitzieht. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit.
Kostenloses Erstgespräch buchenDatenschutz, Training, Werbung: Ist Claude sicherer als ChatGPT?
Beim Datenschutz liegen beide näher beieinander, als viele erwarten. Der klarste Unterschied ist die Werbung.
Training. In den Privattarifen beider Anbieter können deine Chats zum Training genutzt werden, solange du es nicht abschaltest: bei Claude in den Datenschutzeinstellungen unter Modellverbesserung, bei ChatGPT in den Datenkontrollen (englisch „Improve the model for everyone“). Bleibt das Training bei Claude an, darf Anthropic die Daten laut eigener Angabe in de-identifizierter Form bis zu fünf Jahre aufbewahren. Fallstrick bei beiden: Bewertest du eine Antwort mit Daumen hoch oder runter, gibt das bei ChatGPT laut OpenAI das ganze Gespräch fürs Training frei; Anthropic bewahrt solches Feedback bis zu fünf Jahre auf und kann es nutzen. Inkognito-Chats (Claude) und temporäre Chats (ChatGPT) gehen nicht ins Training.
Im Betrieb. In Claude Team und Enterprise sowie in ChatGPT Business und Enterprise trainieren die Anbieter standardmäßig nicht mit deinen Inhalten. Einen Datenstandort in Europa bietet OpenAI berechtigten Enterprise- und Edu-Kunden, für Speicherung und Berechnung; bei Business wählst du nur den Speicherort, eine Kopie liegt laut OpenAI zur Missbrauchskontrolle zeitweise in den USA. Für die Claude-Apps nennt Anthropic keinen europäischen Standort; europäische Rechenzentren gibt es, wenn Claude über Amazon Bedrock oder Google Cloud angebunden wird. Für personenbezogene Daten braucht dein Betrieb in jedem Fall einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Den Rahmen erklärt der Guide KI und Datenschutz.
Werbung. ChatGPT zeigt seit Ende August auch in Deutschland Werbung in Free und Go. Personalisierte Werbung ist im EWR laut OpenAI zunächst nicht verfügbar; die Hamburger Datenschutzbehörde rät, einer Personalisierung nicht zuzustimmen. Anthropic hat im Februar 2026 erklärt, Claude bleibe werbefrei – mit dem Zusatz, man werde die Gründe offenlegen, falls sich das ändert.
Unterm Strich ist nicht der Anbieter sicherer, sondern die Einstellung. Beide sind US-Unternehmen, und Kundendaten gehören in keinen privaten Gratis-Account. Wer Daten grundsätzlich in Europa halten will, findet die Alternative im Guide Mistral AI – das ist der eigentliche Unterschied, nicht die Wahl zwischen diesen beiden.
So testest du es in zwei Wochen selbst
- Nimm drei echte Aufgaben. Keine Testfragen, sondern Dinge aus deiner Woche: ein Dokument auswerten, eine schwierige Mail, eine Recherche.
- Gib beiden denselben Auftrag. Wörtlich denselben und auf vergleichbarer Denkstufe. Unterschiedliche Prompts erzeugen unterschiedliche Ergebnisse, und du willst die Assistenten vergleichen, nicht deine Prompts.
- Bewerte nach Nacharbeit, nicht nach Eindruck. Wie viele Minuten brauchst du, bis das Ergebnis verwendbar ist? Das ist die Zahl, die im Alltag zählt.
- Prüf die Grenzen deiner Praxis. Lädst du lange PDFs hoch? Brauchst du Bilder? Programmierst du? Diese drei Fragen entscheiden häufiger als die Textqualität.
- Erst dann abonnieren – und nur eins. Die kostenlose Stufe der jeweils anderen Seite bleibt als Zweitmeinung erhalten.
Der Auftrag, den du beiden wörtlich gibst, kann so aussehen: „Hier ist [Dokument oder Aufgabe]. Ich brauche [Ergebnis] für [Zweck]. Halte dich an die Angaben, erfinde nichts, und markiere, was fehlt.“ Danach zählst du nur eines: die Minuten, bis du das Ergebnis verwenden konntest.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Claude und ChatGPT?
Claude stammt von Anthropic, ChatGPT von OpenAI. Claude verarbeitet laut Anthropic bis zu eine Million Token auf einmal, auch im Gratis-Tarif, und zeigt keine Werbung. ChatGPT erzeugt Bilder, hat mit Go eine Stufe für 8 Euro und zeigt in Free und Go Werbung. Bei kurzen Texten liegen beide nah beieinander.
Ist Claude besser als ChatGPT?
Pauschal nicht. In unabhängigen Tests von Artificial Analysis liegen die Claude-Modelle bei Büroarbeit deutlich und beim Programmieren knapp vorn, gemessen auf der höchsten Denkstufe. Auf der mittleren Stufe, die im Alltag üblich ist, schrumpft der Abstand. Wer Bilder braucht, ist bei ChatGPT richtig.
Ist Claude für wissenschaftliche Arbeiten besser als ChatGPT?
Zum Lesen und Auswerten langer Paper ja, weil deutlich mehr Text in einen Chat passt. Zum Schreiben in LaTeX bietet OpenAI mit Prism einen kostenlosen Editor. Beide erfinden Quellen und Fakten, wenn sie etwas nicht wissen – jede Angabe gehört am Original geprüft, und was erlaubt ist, regelt deine Hochschule.
Welche KI ist die ehrlichste?
Keine ist zuverlässig ehrlich. Im Test AA-Omniscience geben die Modelle beider Anbieter in 40 bis 77 Prozent der Fälle, in denen sie die Antwort nicht kennen, trotzdem eine falsche. Am seltensten tun das Claude Haiku 5.5 und Sonnet 5.5, am häufigsten GPT-6 Luna aus dem kostenlosen ChatGPT.
Was kosten Claude und ChatGPT im Vergleich?
Inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer: Claude Pro 21,42 Euro im Monat oder 214,20 Euro im Jahr (Anthropic nennt 18 bzw. 180 Euro ohne Steuer), ChatGPT Plus 23 Euro im Monat. ChatGPT Go kostet 8 Euro. Oben liegen ChatGPT Pro ab 103 Euro und Claude Max ab 107,10 Euro.
Ist Claude beim Datenschutz sicherer als ChatGPT?
Kaum. Bei beiden können Chats in den Privattarifen zum Training genutzt werden, solange du nicht widersprichst; die Geschäftskunden-Tarife sind standardmäßig ausgenommen. Der Unterschied: Claude ist werbefrei, ChatGPT zeigt in Free und Go Werbung. Einen europäischen Datenstandort bietet OpenAI für Enterprise und Edu.
Werkzeuge auswählen können ist die eigentliche Kompetenz
Modelle wechseln im Monatstakt – wer beruflich mit KI arbeitet, braucht deshalb vor allem eine Methode: Aufgaben sauber stellen, Ergebnisse prüfen, Werkzeuge an echten Fällen vergleichen. Genau das üben wir in unserer KI-Weiterbildung – als KI-Spezialist in 3 Monaten oder als KI-Experte in 6 Monaten Vollzeit, online mit Live-Unterricht, förderfähig über den Bildungsgutschein oder für Beschäftigte über das Qualifizierungschancengesetz. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit; im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welcher Weg für dich in Frage kommt.
Kostenloses Erstgespräch buchenQuellen: Anthropic: Plans & pricing, Stand 13.10.2026 · Claude-Doku: Models overview, Stand 13.10.2026 · Anthropic: Claude Sonnet 5.5, 28.09.2026 · Anthropic: Claude Haiku 5.5, 07.10.2026 · Anthropic: Claude Science, 30.06.2026 · Anthropic: Claude is a space to think, 04.02.2026 · Anthropic Privacy Center: Modelltraining und Speicherdauer, Stand 13.10.2026 · Anthropic: Regional compliance, Stand 13.10.2026 · OpenAI: GPT-6 and Intelligent UI for everyone, 07.10.2026 · OpenAI-Hilfe: GPT-6 and other models in ChatGPT, About ChatGPT Pro tiers, Custom GPT retirement FAQ, Data controls FAQ, Ads in ChatGPT und Data residency, jeweils Stand 13.10.2026 · OpenAI: ChatGPT Ads expands across Europe, 18.08.2026 · OpenAI: Introducing Prism, 27.01.2026 · HmbBfDI, 02.10.2026 · Artificial Analysis: AA-Omniscience und Modellvergleich, abgerufen am 13.10.2026.
Benedikt Backhaus – schreibt bei Scaly über KI-Tools, neue Modelle und aktuelle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz. Preise und Funktionsangaben prüft er an den Seiten der Anbieter, nicht an Vergleichsportalen – Stand jeweils im Text. Einschätzung, keine Rechtsberatung. Benedikt auf LinkedIn