Claude oder ChatGPT: Der ehrliche Vergleich

Inhaltsverzeichnis

Claude oder ChatGPT – die Frage kommt in unseren Kursen häufiger als jede andere. Die ehrliche Antwort: Für die meisten Alltagsaufgaben nehmen sich beide wenig, und wer die Wahl an Benchmarks festmacht, entscheidet am eigenen Bedarf vorbei. Was sich wirklich unterscheidet, sind Preis, Kontextfenster, Werkzeuge und Arbeitsweise. Hier stehen die harten Zahlen und eine Einordnung, wann welches passt. Stand: September 2026.

Transparenz

Wir setzen in der Redaktion beide Assistenten ein und werden von keinem der Anbieter bezahlt. Alle Preis- und Funktionsangaben stammen aus den offiziellen Preisseiten von OpenAI und Anthropic, abgerufen im September 2026.

Was sie kosten

ChatGPTClaude
Kostenlosjaja
EinstiegsaboGo, 8 € im Monatkeins
StandardaboPlus, 23 € im MonatPro, 18 € im Monat (15 € bei Jahreszahlung)
Oberes AboPro, ab 103 € im MonatMax, ab 90 € im Monat
Kontextfenstergestaffelt nach Tarif und Modus200.000 Token auf allen Plänen
Training mit deinen InhaltenOpt-outOpt-out
Standardabo · Kosten auf ein Jahr
Was der Unterschied über zwölf Monate ausmacht
ChatGPT Plus
23 € im Monat, nur Monatsplan
276 €/Jahr
Claude Pro, monatlich
18 € im Monat
216 €/Jahr
Claude Pro, jährlich
15 € im Monat, 180 € vorab
180 €/Jahr
ChatGPT Go als Untergrenze
8 € im Monat, kein Gegenstück bei Claude
96 €/Jahr
Abstand im Standardabo
96 €
im Jahr zwischen ChatGPT Plus und Claude Pro bei Jahreszahlung. Genug, um eine Entscheidung zu beeinflussen – aber zu wenig, um sie allein zu tragen. Preise laut Anbieterseiten, Stand September 2026, ohne etwaige Steuerangaben der Anbieter.

Der Preisunterschied im Standardabo beträgt fünf Euro im Monat. Interessanter sind die beiden Zeilen darunter: OpenAI hat mit Go eine Stufe unter zehn Euro, die es bei Anthropic nicht gibt. Dafür gibt Anthropic das große Kontextfenster auf allen Stufen – auch in der kostenlosen. Wer viel mit langen Dokumenten arbeitet und nichts zahlen will, hat dort den größeren Spielraum.

Symbolbild: zwei Assistenten auf einer Waage gegeneinander abgewogen

Wo die Unterschiede tatsächlich liegen

Umfang der Werkzeuge. ChatGPT ist breiter aufgestellt: Bildgenerierung, Sprachmodus mit Video, eigene GPTs zum Teilen, geplante Aufgaben, ein eingebauter Browser. Claude konzentriert sich auf Text, Analyse und Code und bringt dafür Claude Code, Cowork und Design in allen Bezahlplänen mit.

Bilder erzeugen. Der klarste funktionale Unterschied: ChatGPT erzeugt Bilder, Claude nicht. Wer das regelmäßig braucht, hat die Frage damit beantwortet.

Einbindung in bestehende Software. Beide bieten Anbindungen an gängige Arbeitsumgebungen. Anthropic nennt Claude für Microsoft 365 und Outlook in den Bezahlplänen, OpenAI seine Arbeitsumgebung samt Erweiterungen für Tabellen und Präsentationen.

Nutzungsgrenzen. Beide arbeiten mit rollenden Zeitfenstern statt fester Nachrichtenzahlen. Anthropic beschreibt das als Fünf-Stunden-Fenster mit zusätzlichen Wochengrenzen bei Bezahlplänen – wer intensiv arbeitet, stößt bei beiden Anbietern irgendwann an eine Wand.

„Welches ist besser?“ ist die falsche Frage. „Wofür brauche ich es diesen Monat?“ ist die richtige.

Beide Anbieter haben kostenlose Stufen. Zwei Wochen Parallelbetrieb mit den eigenen echten Aufgaben beantworten die Frage zuverlässiger als jeder Testbericht.

Wann welches passt

Dein SchwerpunktTendenzWarum
Bilder erzeugen, breiter WerkzeugkastenChatGPTClaude erzeugt keine Bilder
Lange Dokumente analysierenClaude200.000 Token auf allen Plänen, auch kostenlos
Programmieren und AutomatisierenClaudeClaude Code ist in allen Bezahlplänen enthalten
Möglichst günstig täglich nutzenChatGPTdie Go-Stufe für 8 € hat kein Gegenstück
Sprachmodus, eigene GPTs teilenChatGPTfunktional breiter aufgestellt
Nur ein Abo, überwiegend Textarbeitbeides tragfähighier entscheidet der eigene Eindruck

Datenschutz: gleicher Stand, gleiche Aufgabe

Hier gibt es weniger Unterschied, als viele erwarten. Beide Anbieter weisen für ihre Privattarife eine Trainingsnutzung mit Opt-out aus – die Voreinstellung muss man also selbst ändern. Beide bieten Geschäftskunden-Tarife mit anderen Bedingungen und beide sind US-Unternehmen.

Für den betrieblichen Einsatz heißt das in beiden Fällen dieselbe Hausaufgabe: Auftragsverarbeitungsvertrag, Regeln dazu, welche Daten hinein dürfen, und eine Prüfinstanz für die Ergebnisse. Der Rahmen dafür steht im Guide KI und Datenschutz. Wer die Übermittlung in die USA grundsätzlich vermeiden will, sollte sich den europäischen Anbieter im Guide Mistral AI ansehen – das ist der eigentliche Unterschied, nicht die Wahl zwischen diesen beiden.

So testest du es in zwei Wochen selbst

  1. Nimm drei echte Aufgaben. Keine Testfragen, sondern Dinge aus deiner Woche: ein Dokument auswerten, eine schwierige Mail, eine Recherche.
  2. Gib beiden denselben Auftrag. Wörtlich denselben. Unterschiedliche Prompts erzeugen unterschiedliche Ergebnisse, und du willst die Assistenten vergleichen, nicht deine Prompts.
  3. Bewerte nach Nacharbeit, nicht nach Eindruck. Wie viele Minuten brauchst du, bis das Ergebnis verwendbar ist? Das ist die einzige Zahl, die im Alltag zählt.
  4. Prüfe die Grenzen deiner Praxis. Lädst du lange PDFs hoch? Brauchst du Bilder? Arbeitest du im Terminal? Diese drei Fragen entscheiden häufiger als die Textqualität.
  5. Erst dann abonnieren – und nur eins. Die kostenlosen Stufen der jeweils anderen Seite bleiben als Zweitmeinung erhalten.

Der Auftrag, den du beiden wörtlich gibst, kann so aussehen: „Hier ist [Dokument oder Aufgabe]. Ich brauche [Ergebnis] für [Zweck]. Halte dich an die Angaben, erfinde nichts, und markiere, was fehlt.“ Danach zählst du nur eines: die Minuten, bis du das Ergebnis verwenden konntest.

Häufige Fragen

Ist Claude besser als ChatGPT?

Pauschal nicht. Bei alltäglicher Textarbeit liegen beide nah beieinander. Claude hat das größere Kontextfenster auf allen Plänen und bringt Werkzeuge fürs Programmieren mit, ChatGPT den breiteren Funktionsumfang samt Bildgenerierung und die günstigere Einstiegsstufe.

Was kosten Claude und ChatGPT im Vergleich?

Stand September 2026: Claude Pro 18 Euro im Monat, 15 Euro bei Jahreszahlung; ChatGPT Plus 23 Euro. Darunter hat ChatGPT die Go-Stufe für 8 Euro, für die es bei Claude kein Gegenstück gibt. Oben liegen Claude Max ab 90 Euro und ChatGPT Pro ab 103 Euro.

Kann Claude Bilder erzeugen?

Nein. Bildgenerierung ist der klarste funktionale Unterschied zwischen beiden. Wer regelmäßig Bilder braucht, kommt an ChatGPT oder einem spezialisierten Werkzeug nicht vorbei.

Welches ist besser für lange Dokumente?

Tendenziell Claude, weil das Kontextfenster von 200.000 Token auf allen Plänen gilt, auch im kostenlosen. Bei ChatGPT hängt der verfügbare Umfang vom Tarif und vom genutzten Modus ab.

Werden meine Eingaben zum Training genutzt?

Bei den Privattarifen beider Anbieter ist das der Standard, jeweils mit Opt-out in den Einstellungen. Die Geschäftskunden-Tarife werden anders behandelt. Vor beruflicher Nutzung sollte die Einstellung geprüft sein.

Brauche ich beide Abos?

In den seltensten Fällen. Beide Anbieter haben kostenlose Stufen, die als Zweitmeinung völlig ausreichen. Ein bezahltes Abo plus die Gratis-Version des anderen deckt fast alle Bedürfnisse ab.

Werkzeuge auswählen können ist die eigentliche Kompetenz

Welcher Assistent passt, hängt an deinen Aufgaben, deinen Daten und deinem Budget – nicht an Testberichten. In unserer geförderten Weiterbildung übst du diese Auswahl an echten Fällen. Ob eine Förderung in Betracht kommt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch; entschieden wird sie von der Agentur für Arbeit.

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Benedikt Backhaus, schreibt bei Scaly über KI-Tools und neue Modelle

Benedikt Backhaus – schreibt bei Scaly über KI-Tools, neue Modelle und aktuelle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz. Preise und Funktionsangaben prüft er an den Seiten der Anbieter, nicht an Vergleichsportalen – Stand jeweils im Text. Einschätzung, keine Rechtsberatung. Benedikt auf LinkedIn

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Über den Autor

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Benedikt Backhaus

Benedikt Backhaus schreibt bei Scaly über KI-Tools, neue Modelle und aktuelle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz. Er verfolgt die KI-Szene laufend und ordnet ein, was neue Releases praktisch bedeuten — für Lernende, Arbeitsuchende und Unternehmen. Ehrlich, mit Quellen und ohne Hype.

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