Kimi K3.1 Pro: Was das neue Open-Weight-Modell aus China kann

Inhaltsverzeichnis

Moonshot AI hat am 23. Oktober 2026 Kimi K3.1 Pro veröffentlicht: ein Modell mit 2,8 Billionen Parametern und einem Kontextfenster von einer Million Token, das im Agenten-Test Terminal-Bench 4.0 nach Herstellerangaben nur 0,7 Punkte hinter Claude Opus 5.5 liegt und über die Schnittstelle die Hälfte kostet. Die Gewichte sollen bis zum 4. November frei zum Download stehen. Gleichzeitig hat Moonshot dem Modell gezielt Wissen über Cyberangriffe entzogen, bevor es offen wird. Hier steht, was die Zahlen taugen, was eine Million Token im Betrieb wirklich kosten, wo deine Daten landen, wenn du die Kimi-App benutzt, und welcher der drei Nutzungswege für Deutschland in Frage kommt. Stand: 27. Oktober 2026.

Kimi K3.1 Pro · Eckdaten laut Moonshot AI
Was das Modell auf dem Papier mitbringt
2,8 Bio.
Parameter insgesamt, davon 104 Milliarden pro Antwort aktiv (Mixture of Experts)
1 Mio.
Token Kontextfenster, ohne Aufschlag für lange Eingaben
2 $ / 10 $
je Million Token Eingabe / Ausgabe über die Schnittstelle, ein Drittel günstiger als Kimi K3
4. Nov.
bis dahin will Moonshot die vollständigen Gewichte veröffentlichen; die Lizenz ist noch nicht genannt

Was Moonshot am 23. Oktober veröffentlicht hat

Kimi K3.1 Pro ist kein neues Grundmodell, sondern ein nachtrainiertes Kimi K3, das Moonshot im Juli als offenes Modell mit knapp drei Billionen Parametern vorgestellt hatte. Der Unterschied liegt laut Hersteller in „deutlich mehr Rechenleistung im Post-Training“: Das Modell wurde länger darauf trainiert, Werkzeuge zu bedienen, lange Aufgaben durchzuhalten und weniger zu erfinden. Vier Dinge sind für den Alltag relevant:

Es denkt immer. Anders als bei GPT-6 Astra oder Claude lässt sich der Denkmodus nicht abschalten. Über die Schnittstelle kannst du nur den Aufwand regeln (niedrig, hoch, maximal; Standard ist maximal). Anfragen ohne Denkmodus lehnt die API mit einem Fehler ab. Das macht das Modell zuverlässiger, aber auch langsamer und teurer, als der Listenpreis vermuten lässt.

Es liest Bilder und Videos. Eingaben dürfen Text, Bilder und Videodateien sein; die Ausgabe ist Text oder strukturiertes JSON. Videos erzeugt es nicht, es versteht sie nur.

Es gibt eine schnelle Variante. Kimi K3.1 Pro Highspeed soll bei gleichen Fähigkeiten zwei- bis dreimal schneller antworten und kostet das Doppelte: 4 Dollar Eingabe, 20 Dollar Ausgabe je Million Token.

Es steckt schon in den Apps. Das Modell läuft seit dem Starttag auf kimi.com, in den Apps für iOS, Android und HarmonyOS, im Desktop-Programm Kimi Work und im Coding-Werkzeug Kimi Code. Firmenkunden mit Kimi Business müssen es vom Administrator freischalten lassen; zum Start ist es dort abgeschaltet.

Die Zahlen, und wer sie gemessen hat

Die auffälligste Zahl steht in Moonshots eigenem Blog: Im Terminal-Bench 4.0, einem Test für Coding-Agenten, die in einer Kommandozeile selbstständig Aufgaben lösen, erreicht Kimi K3.1 Pro 65,7 Prozent. Claude Opus 5.5 liegt bei 66,4, GPT-6 Astra bei 58,2. Für ein Modell, dessen Gewichte bald jeder herunterladen kann, ist das ein Novum: Bisher lagen die offenen Modelle in solchen Agenten-Tests deutlich hinter den geschlossenen.

Terminal-Bench 4.0 · Herstellerangaben Moonshot, Oktober 2026
Agenten-Aufgaben in der Kommandozeile, gelöst in Prozent
Claude Opus 5.5Anthropic, geschlossen66,4
Kimi K3.1 ProMoonshot, Gewichte ab 4. Nov.65,7
GPT-6 AstraOpenAI, geschlossen58,2

Alle drei Werte stammen aus Moonshots Blogbeitrag; die Vergleichswerte für Opus und Astra hat Moonshot teils aus Systemkarten und Leaderboards übernommen. Unabhängige Messungen zu diesem Test gab es am 27. Oktober noch nicht.

Die übrigen Werte sind gemischter, und genau das lohnt den zweiten Blick. Im Konstruktions-Test BenchCAD mit Werkzeugzugriff liegt K3.1 Pro mit 92,7 Punkten hinter Opus 5.5 (96,2) und Astra (95,9), aber gleichauf mit Claude Fable 5.1 (92,6) und weit vor DeepSeek V4.1-Flash (81,6). Im Büro-Test OfficeQA Pro v2 nennt Moonshot 64,4 Punkte und bezeichnet das als Bestwert, ohne Vergleichswerte zu zeigen. Mehrere Finanz- und Geschäftstests, bei denen das Modell den Vorgänger deutlich schlägt, sind hausintern und nicht nachprüfbar.

Interessanter als die Spitzenwerte ist, was Moonshot bei den Fehlern berichtet. Im eigenen Stresstest für erfundene Fakten sank der Anteil falscher Aussagen von 23,4 Prozent bei K3 auf 8,3 Prozent. In derselben Messung liegt GPT-6 Astra bei 5,5, Claude Opus 5.5 bei 15,0 und DeepSeek V4.1-Flash bei 23,3. Moonshot schreibt selbst dazu, der Test sei absichtlich auf Situationen gebaut, in denen Modelle zum Erfinden neigen, und gebe keine Fehlerrate im Alltag wieder. Wie du solche Angaben einordnest und warum Prozentwerte aus drei verschiedenen Messaufbauten nicht in eine Tabelle gehören, erklärt der Artikel zu KI-Benchmarks; wie du Erfindungen im eigenen Betrieb abfängst, der Guide zu KI-Halluzinationen.

Eine unabhängige Zahl gibt es doch: Artificial Analysis führt Kimi K3.1 Pro im eigenen Intelligence Index mit 55 Punkten auf Platz 4 von 221 Modellen. Mitte Oktober standen dort Claude Opus 5.5 bei 58, Claude Sonnet 5.5 bei 56 und GPT-6 Astra bei 53. Der Haken steht eine Zeile tiefer: 41 Token pro Sekunde Ausgabe, Platz 188 von 192 gemessenen Modellen. Kimi K3.1 Pro ist eines der klügsten und zugleich eines der langsamsten Modelle, die du derzeit mieten kannst.

Du willst Modelle wie dieses nicht nur lesen, sondern im Job einsetzen?

Welches Modell gerade vorn liegt, ändert sich alle paar Wochen. Was bleibt, ist die Fähigkeit, Aufgaben so zu beschreiben, dass ein Modell sie zuverlässig löst, Ergebnisse zu prüfen und die Kosten im Griff zu haben. Ob eine geförderte KI-Weiterbildung für dich oder dein Team in Frage kommt, klären wir in einem kostenlosen Erstgespräch. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit.

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Was Kimi K3.1 Pro kostet: Listenpreis und echte Rechnung

Über die Schnittstelle kostet Kimi K3.1 Pro 2 Dollar je Million Token Eingabe und 10 Dollar je Million Token Ausgabe, Eingaben aus dem Zwischenspeicher 0,20 Dollar. Der Preis gilt über das gesamte Kontextfenster; einen Aufschlag für lange Eingaben, wie ihn OpenAI ab 272.000 Token verlangt, gibt es nicht. Damit kostet das Modell genau so viel wie Claude Sonnet 5.5 und GPT-6.1 Sol und die Hälfte von Claude Opus 5.5, mit dem Moonshot sich in den Benchmarks misst.

Modell (Schnittstelle)Eingabe je Mio. TokenAusgabe je Mio. TokenKontextGewichte zum Download
Kimi K3.1 Pro (Moonshot, China)2 $10 $1 Mio.angekündigt bis 4. Nov.
Kimi K3.1 Pro Highspeed4 $20 $1 Mio.nein
Kimi K3 (Vorgänger, Juli)3 $15 $1 Mio.ja, seit 27. Juli
Claude Opus 5.5 (Anthropic, USA)4 $20 $1 Mio.nein
Claude Sonnet 5.52 $10 $1 Mio.nein
GPT-6 Astra (OpenAI, USA)10 $, ab 272.000 Token 20 $50 $, ab 272.000 Token 75 $1 Mio.nein
GPT-6.1 Sol2 $10 $500.000nein
Gemini 3.8 Flash (Google, USA)0,75 $3,75 $1 Mio.nein
Qwen3.8-Max (Alibaba, China)2 $6 $1 Mio.nein (kleinere Qwen-Modelle ja)
DeepSeek V4.1-Flash (China)0,30 $1,20 $1 Mio.ja
Mistral Large 4, Vorschau (Frankreich)1,36 $4,18 $1 Mio.ja

Die Tabelle nennt Listenpreise, so wie die Hersteller sie am 27. Oktober angeben. Für die Rechnung im Betrieb zählt etwas anderes: Wie viele Token das Modell für eine Aufgabe tatsächlich verbraucht. Und hier ist Kimi K3.1 Pro gesprächig. Für den Intelligence Index hat Artificial Analysis 150 Millionen Ausgabe-Token gezählt, der Median der Vergleichsklasse liegt bei 81 Millionen. Weil der Denkmodus nicht abschaltbar ist und Denk-Token als Ausgabe abgerechnet werden, bezahlst du für dieselbe Aufgabe oft fast doppelt so viele Token wie bei einem Modell, das knapper antwortet. Artificial Analysis kommt deshalb auf 2,11 Dollar je Testaufgabe, Claude Opus 5.5 auf 5,98 Dollar, GPT-6 Astra auf 3,26 Dollar.

Rechenbeispiel

Ein Betrieb lässt jeden Monat 300 Dokumente von je etwa acht Seiten zusammenfassen: rund 5.000 Token Eingabe und 800 Token Ausgabe pro Dokument, also 1,5 Millionen Token Eingabe und 240.000 Token Ausgabe im Monat.

Kimi K3.1 Pro: 1,5 × 2 $ + 0,24 × 10 $ = 5,40 $ · Claude Opus 5.5: 1,5 × 4 $ + 0,24 × 20 $ = 10,80 $ · GPT-6 Astra: 1,5 × 10 $ + 0,24 × 50 $ = 27,00 $ · DeepSeek V4.1-Flash: 1,5 × 0,30 $ + 0,24 × 1,20 $ = 0,74 $

Bei Kimi solltest du die Ausgabe eher mit dem Faktor 1,5 bis 2 ansetzen, weil der Denkmodus mitläuft; mit dem Aufwand „niedrig“ lässt er sich für einfache Zusammenfassungen bremsen. Bei allen vier Modellen gilt: Die Schnittstelle ist für diese Aufgabe ein Rundungsfehler. Teuer wird KI im Betrieb nicht durch die Token, sondern durch die Stunden, die jemand braucht, um die Aufgabe sauber zu bauen und die Ergebnisse zu prüfen.

Für die App gelten andere Preise. Kimi bietet international eine Gratis-Stufe (Adagio) und vier Bezahlstufen zu 19, 39, 99 und 199 US-Dollar im Monat, seit Oktober unter den Namen Plus, Pro, Max und Ultra. Kimi K3.1 Pro ist laut Moonshot ab der Plus-Stufe nutzbar, die Highspeed-Variante ab Pro; das volle Kontextfenster von einer Million Token im Chat nennt die Preisseite erst für die oberen Stufen. Euro-Preise gibt es nicht, du zahlst in Dollar zum Tageskurs.

Was „offen“ hier bedeutet, und was Moonshot vorher herausgenommen hat

Moonshot nennt Kimi K3.1 Pro ein Open-Weight-Modell, obwohl am 27. Oktober noch keine Gewichte zum Download standen. Die Ankündigung lautet: vollständige Veröffentlichung bis zum 4. November 2026. Beim Vorgänger K3 hat das funktioniert, die Gewichte kamen elf Tage nach dem Start. Drei Dinge solltest du wissen, bevor du „offen“ mit „kostenlos nutzbar“ gleichsetzt.

Die Lizenz ist noch nicht bekannt. Für K3 hatte Moonshot eine eigene Lizenz gewählt: breit nutzbar, auch kommerziell, aber wer das Modell als Dienst für Dritte anbietet und damit mehr als 20 Millionen Dollar Umsatz macht, braucht einen Vertrag mit Moonshot. Ob K3.1 Pro dieselben Bedingungen bekommt, steht nirgends. Was die gängigen Lizenzen erlauben und wo sie sich unterscheiden, steht im Überblick zu Open-Source-KI.

Niemand betreibt das zu Hause. 2,8 Billionen Parameter bedeuten mehrere hundert Gigabyte Gewichte und Rechenzentrums-Hardware; für K3 kursierten Angaben zwischen 600 Gigabyte und 1,5 Terabyte. Für Betriebe heißt „offen“ deshalb: Das Modell kann bei einem Hoster deiner Wahl laufen, auch in der EU, ohne dass Moonshot die Daten sieht. Was auf einem Laptop oder einer Workstation realistisch läuft, zeigt der Guide KI lokal nutzen.

Moonshot hat dem Modell etwas abtrainiert. Das ist der ungewöhnlichste Teil der Veröffentlichung. Weil sich die Gewichte nach dem Download nicht mehr zurückrufen lassen, hat Moonshot nach eigener Aussage Daten zu Cyberangriffen aus dem Training und aus den Lernumgebungen entfernt, bei Erhalt der normalen Programmieraufgaben. Der Effekt ist messbar: Im hauseigenen Test für das Finden und Ausnutzen echter Software-Schwachstellen löst eine Version ohne diese Entfernung 90,5 Prozent der Aufgaben, das veröffentlichte Modell 81,0 Prozent. Zum Vergleich nennt Moonshot DeepSeek V4.1-Flash mit 85,7 und den Vorgänger K3 mit 33,3 Prozent. Die Leitlinie formuliert der Blog so: „we aim not to release open weights that would extend the absolute frontier of cyber capability“. Für Sicherheitsteams, die mit offenen Modellen eigene Systeme prüfen wollen, bleibt trotzdem mehr als genug übrig; und für alle anderen ist es ein Hinweis darauf, wie stark ein Modell dieser Klasse ohne solche Eingriffe wäre.

Wo deine Daten landen: App, Schnittstelle, eigener Betrieb

Die technische Leistung ist das eine. Für den Einsatz im Job entscheidet das andere: Betreiber des Dienstes ist die Beijing Moonshot AI Technology Co., Ltd. mit Sitz in Peking. Die Datenschutzerklärung der chinesischen Kimi-Version, Stand 31. August 2026, ist deutlich:

„Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten innerhalb der Volksrepublik China.“

Datenschutzerklärung Kimi (chinesische Fassung, Abschnitt 5.1), aus dem Chinesischen übersetzt

Dieselbe Erklärung erlaubt Moonshot, Ein- und Ausgaben nach Pseudonymisierung „zur Optimierung der Modelle“ zu verwenden; widersprechen kannst du über den Kundenservice, die Gedächtnisfunktion lässt sich in den Einstellungen abschalten. Für die internationale App, die auch im deutschen App Store steht, konnte ich am 27. Oktober keine englische Fassung mit Angaben zum Speicherort abrufen; eine Analyse vom Februar 2026 zitiert daraus die Trainingsklausel („training and optimizing our models“) und vermisst Angaben zu Garantien für Übermittlungen. Bis Moonshot das anders regelt, ist die ehrliche Annahme: Was du in die App tippst, verlässt die EU und landet bei einem Unternehmen, auf dessen Daten europäische Betroffene praktisch keinen durchsetzbaren Zugriff haben.

Aus Sicht der DSGVO ist China ein Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss; Übermittlungen brauchen besondere Garantien nach Artikel 46. Wie das in der Praxis ausgeht, hat DeepSeek gezeigt: Die Berliner Datenschutzbeauftragte meldete die App im Juni 2025 bei Apple und Google als rechtswidrig, weil DeepSeek diese Garantien nicht nachweisen konnte. Für Kimi gibt es keine solche Entscheidung, die Ausgangslage ist aber dieselbe. Details und was Behörden von Betrieben erwarten, stehen im Guide zu KI und Datenschutz.

NutzungswegWohin gehen die Daten?Für wen tauglich
Kimi-App / kimi.com (gratis bis 199 $)Zu Moonshot; die chinesische Erklärung nennt China als Speicherort, Eingaben dürfen zum Training genutzt werdenZum Ausprobieren ohne personenbezogene oder vertrauliche Inhalte. Nicht für Kundendaten, Personalunterlagen, Verträge
Schnittstelle (2 $ / 10 $)Zu Moonshot; für API-Kunden bietet Moonshot „Zero Data Retention“ an, also keine Speicherung nach der VerarbeitungFür Entwickler und Prototypen; mit personenbezogenen Daten bleibt die Übermittlung nach China das ungelöste Problem
Offene Gewichte (ab 4. Nov., eigener Server oder EU-Hoster)Nirgendwohin: Das Modell läuft auf deiner Infrastruktur oder bei einem Anbieter deiner Wahl, ohne Verbindung zu MoonshotFür Unternehmen mit eigener oder gemieteter Rechenleistung; übrig bleibt die normale Datenschutzprüfung wie bei jeder Software

Der dritte Weg ist der Grund, warum ein Modell aus Peking für deutsche Betriebe überhaupt interessant sein kann: Ein chinesisches Modell zu nutzen heißt nicht automatisch, Daten nach China zu schicken. Bei DeepSeek bieten das inzwischen mehrere Cloud-Anbieter fertig an; bei Kimi K3.1 Pro wird das vom 4. November an genauso möglich sein, sofern die Lizenz es zulässt.

Kannst du Kimi K3.1 Pro in Deutschland nutzen?

Ja, und zwar auf allen drei Wegen, mit Einschränkungen. Die Kimi-App steht im deutschen App Store, am 24. Oktober kam die Version 3.1.6 mit dem neuen Modell. Die Anmeldung für die Bezahlstufen war von Mitte Juli bis Mitte Oktober ausgesetzt, weil die Nachfrage nach K3 die Rechenkapazität überstieg; seit dem 18. Oktober lassen sich laut Preisseite wieder alle vier Stufen buchen. Moonshot akzeptiert bei der Registrierung nur Telefonnummern aus unterstützten Regionen; welche das sind, nennt der Anbieter nicht. Die Schnittstelle schaltest du mit einer Aufladung ab einem Dollar frei, die Höhe der Aufladung bestimmt dein Ratenlimit. Und Kimi Business, die Firmenvariante, hat K3.1 Pro zum Start abgeschaltet gelassen, der Administrator muss es freigeben.

Ob du es nutzen solltest, ist eine andere Frage. Zum Ausprobieren und für Aufgaben ohne Personenbezug spricht nichts dagegen; das Modell gehört zu den stärksten, die es gibt, und die Gratis-Stufe reicht zum Kennenlernen. Für den Job gilt dasselbe wie bei jedem Dienst mit Servern außerhalb der EU: Keine Kundendaten, keine Personalunterlagen, nichts, was unter eine Vertraulichkeitsvereinbarung fällt. Wer das ernsthaft im Betrieb einsetzen will, wartet auf die Gewichte und lässt das Modell bei einem europäischen Hoster laufen.

Von K3 zu K3.1 Pro: Moonshots Jahr in sechs Daten

Kimi 2026 · Daten laut Moonshot, Reuters und Hugging Face
Wie schnell ein offenes Modell aufgeholt hat
16. JuliKimi K3 erscheintknapp 3 Billionen Parameter, 3 $ / 15 $ je Mio. Token
19. JuliAnmeldestopp für BezahlstufenNachfrage übersteigt die GPU-Kapazität
27. JuliK3-Gewichte auf Hugging Faceeigene Lizenz, Vertrag ab 20 Mio. $ Dienstumsatz
18. OktoberAnmeldung wieder offenneue Stufen Plus, Pro, Max, Ultra
23. OktoberKimi K3.1 Pro und Highspeed2 $ / 10 $, Cyber-Daten aus dem Training entfernt
bis 4. NovemberK3.1-Pro-Gewichte angekündigtLizenz offen

Zwischen dem ersten offenen Modell der Drei-Billionen-Klasse und einem, das in Agenten-Tests mit Claude Opus gleichzieht, liegen bei Moonshot gut drei Monate. In unserer Modellübersicht tragen wir das im November nach.

Kimi ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil einer Reihe: DeepSeek, Alibabas Qwen 3.8 und GLM liefern seit dem Sommer im Wochentakt offene Modelle, die in einzelnen Tests mit den US-Spitzenmodellen gleichziehen. Europas Antwort heißt Mistral Large 4, ebenfalls offen und mit einer Million Token Kontext, aber mit dem Vorteil, dass Anbieter und Server in der EU sitzen.

Was das für deinen Job heißt

Für Berufstätige ist Kimi K3.1 Pro vor allem ein Signal: Die Lücke zwischen „teuer und geschlossen“ und „offen und günstig“ ist in einem Jahr fast verschwunden. Was ein Modell kann, lässt sich inzwischen mieten, herunterladen oder bei einem Hoster bestellen, und das zu Preisen, die für fast jede Büroaufgabe keine Rolle mehr spielen. Der Engpass wandert damit endgültig zu den Menschen, die mit den Modellen arbeiten: Wer eine Aufgabe so beschreiben kann, dass ein Modell sie zuverlässig löst, wer Ergebnisse prüft, statt sie zu glauben, und wer weiß, welche Daten in welchen Dienst dürfen, ist mit Kimi genauso produktiv wie mit Claude oder GPT. Wer das nicht kann, ist es mit keinem.

Für Betriebe heißt es: Die Frage „Welches Modell?“ wird zur Frage „Welcher Betriebsweg?“. Ein offenes Modell auf einem EU-Server löst das Datenschutzproblem, das die App mitbringt, und kostet je nach Hoster ab einigen hundert Euro im Monat. Ob sich das gegenüber der Schnittstelle eines US-Anbieters mit Auftragsverarbeitungsvertrag lohnt, hängt vom Datenvolumen und von der Sensibilität der Inhalte ab, nicht vom Benchmark. Die Entscheidung sollte jemand treffen, der beides einschätzen kann. Genau diese Rolle fehlt in den meisten kleinen und mittleren Betrieben noch.

Häufige Fragen

Was ist Kimi K3.1 Pro?

Kimi K3.1 Pro ist ein KI-Modell des chinesischen Anbieters Moonshot AI, veröffentlicht am 23. Oktober 2026. Es hat 2,8 Billionen Parameter, ein Kontextfenster von einer Million Token, versteht Text, Bilder und Videos und ist auf Werkzeugnutzung und lange Aufgaben trainiert. Es ist ein nachtrainierter Nachfolger von Kimi K3; die Gewichte sollen bis zum 4. November 2026 frei verfügbar sein.

Ist Kimi K3.1 Pro kostenlos?

Die Kimi-App hat eine Gratis-Stufe, das neue Modell ist laut Moonshot aber erst ab der Plus-Stufe für 19 US-Dollar im Monat enthalten; die Highspeed-Variante ab Pro für 39 Dollar. Über die Schnittstelle kostet es 2 Dollar je Million Token Eingabe und 10 Dollar Ausgabe. Sobald die Gewichte veröffentlicht sind, kann das Modell ohne Lizenzgebühr auf eigener Hardware laufen; die Lizenzbedingungen hat Moonshot noch nicht genannt.

Kann ich Kimi K3.1 Pro in Deutschland nutzen?

Ja. Die Kimi-App steht im deutschen App Store, die Bezahlstufen lassen sich seit dem 18. Oktober 2026 wieder buchen, bezahlt wird in US-Dollar. Die Schnittstelle schaltest du mit einer Aufladung ab einem Dollar frei. Für berufliche Daten ist der Dienst wegen des Speicherorts in China nicht geeignet; dafür bleibt der Betrieb der offenen Gewichte bei einem europäischen Hoster.

Ist Kimi K3.1 Pro Open Source?

Nicht im strengen Sinn. Moonshot kündigt die Veröffentlichung der Gewichte bis zum 4. November 2026 an, nennt aber noch keine Lizenz. Beim Vorgänger K3 galt eine eigene Lizenz: freie Nutzung auch im Betrieb, aber ein Vertrag mit Moonshot, sobald jemand das Modell als Dienst für Dritte mit über 20 Millionen Dollar Umsatz anbietet. Trainingsdaten und Trainingscode sind nicht offen.

Wie gut ist Kimi K3.1 Pro im Vergleich zu Claude Opus 5.5 und GPT-6?

Nach Moonshots eigenen Zahlen liegt es im Agenten-Test Terminal-Bench 4.0 mit 65,7 Prozent knapp hinter Claude Opus 5.5 (66,4) und vor GPT-6 Astra (58,2); in anderen Tests liegt es einige Punkte zurück. Der unabhängige Intelligence Index von Artificial Analysis führt es mit 55 Punkten auf Platz 4 von 221 Modellen. Deutlich langsamer ist es: rund 41 Token pro Sekunde, Platz 188 von 192.

Wo landen meine Daten, wenn ich Kimi benutze?

Betreiber ist Beijing Moonshot AI Technology Co., Ltd. in Peking. Die chinesische Datenschutzerklärung nennt die Volksrepublik China als Speicherort und erlaubt die Nutzung von Eingaben zur Modellverbesserung, mit Widerspruch über den Kundenservice. Für die internationale App gibt es keine bekannte Angabe zu einem anderen Speicherort. API-Kunden können laut Moonshot eine Verarbeitung ohne Speicherung vereinbaren. Einschätzung, keine Rechtsberatung.

Modelle wechseln, Fähigkeiten bleiben

Kimi K3.1 Pro, Claude, GPT-6: Welches Modell vorn liegt, ändert sich alle paar Wochen. Was bleibt, ist die Fähigkeit, Aufgaben so zu stellen, dass ein Modell sie zuverlässig löst, Ergebnisse zu prüfen, Kosten zu rechnen und zu wissen, welche Daten in welchen Dienst dürfen. Genau das üben wir in unserer KI-Weiterbildung: als KI-Spezialist in 3 Monaten oder als KI-Experte in 6 Monaten Vollzeit, online mit Live-Unterricht und eigenen Automationen im Praxisprojekt. Für Beschäftigte förderfähig über das Qualifizierungschancengesetz, für Arbeitsuchende über den Bildungsgutschein. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit; im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welcher Weg passt.

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Quellen: Moonshot AI: Kimi K3.1 Pro (Blog, 23.10.2026) · Kimi API Platform: K3.1 Pro Quickstart · Artificial Analysis: Kimi K3.1 Pro · The Next Web: Moonshot releases Kimi K3.1 Pro and says it cut its hacking skills · Kimi: Datenschutzerklärung (chinesische Fassung, Stand 31.08.2026)

Paul Niebler, Gründer der Scaly Academy

Paul Niebler – Gründer der Scaly Academy. Über zehn Jahre IT-Consulting mit Schwerpunkt KI, unter anderem bei IBM und mit seinem zweiten Unternehmen Pexon Consulting. Er setzt die hier beschriebenen Werkzeuge selbst täglich ein und schreibt auf, was davon im Betrieb trägt – und was nicht. Einschätzung, keine Rechtsberatung. Paul auf LinkedIn

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Paul Niebler

Paul Niebler ist Gründer der Scaly Academy und bringt über 10 Jahre Erfahrung im IT-Consulting mit Schwerpunkt auf KI-Technologien mit, unter anderem bei IBM und seinem weiteren Unternehmen Pexon Consulting. Er unterstützt Unternehmen dabei, KI praktisch und strategisch zu nutzen und vermittelt diese Kenntnisse praxisnah in seinen Kursen. Paul kombiniert technisches Wissen mit der Fähigkeit, Unternehmen bei der Digitalisierung und Automatisierung zu begleiten. So macht er Mitarbeiter zu Innovationstreibern und fördert nachhaltige KI-Anwendungen im Geschäftsalltag.

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